, Langenbacher Stefan

1. Mannschaft / Da war Fortuna mit auf Seiten der Gastgeber

Das Viertliga-Duell zwischen Feusisberg-Schindellegi und Oberrieden ging am Sonntag zu Gunsten der Gastgeber aus. Der einzige Treffer fiel mittels eines Zürcher Eigentors.  

von Bruno Füchslin  

Das hätte ja heiter werden können: Gastgeber Feusisberg-Schindellegi mit der bislang ausgewiesen schlechtesten Defensive (19 Gegentreffer in fünf Partien) gegen die ebenso verbriefte abschlussschwächste Equipe Oberrieden (fünf Tore in vier Spielen). Dies liess irgendwie eine torreiche Begegnung erwarten. Für die Höfner – zuletzt mit dem 0:4 gegen Richterswil und dem 1:7 in Thalwil arg gebeutelt – hätte ein Punktgewinn so etwas wie ein «leichtes Aufschnaufen» bedeutet. Ein möglichst zu ergatternder Dreier versprach die Option, ins Tabellen-Mittelfeld aufsteigen zu können.

Selten so Gesehenes
Fussball ist Leidenschaft, Kampf, Emotionen, kaum je berechenbar. Nach dem Schlusspfiff bleiben nackte Zahlen für die Tabelle und Archiv. Diesmal: 1:0 für Feusisberg-Schindellegi, drei Punkte für die Höfner. Andere, für einmal wohl weit aussagekräftigere Zahlen blieben zur Kenntnisnahme den rund 30 Zuschauern vorbehalten. Gar selten bekamen sie so etwas zu sehen: Feusisberg-Schindellegi erhielt nach drei Minuten den ersten Eckball zugeschrieben – es sollte für die nachmaligen Sieger der einzige bleiben. Oberrieden hingegen kam in den 90 Minuten auf eine Summe von 26 (!) Corners; deren 14 im ersten, weitere 12 im zweiten Durchgang. Oder: durchschnittlich fast jede dritte Minute traten die Zürcher eine Ecke – und blieben dennoch ohne Torerfolg.
Fortuna hier, Pech und Schwefel dort: Nebst zwei Lattenschüssen produzierten die Gäste auch noch das spielentscheidende einzige Tor gleich selbst (37.). Verteidiger Kevin Martins Kopfballrückgabe an Torhüter Sean Kreuzer entpuppte sich als «nicht so gewollt» – sowohl der Goalie wie Verteidigerkollege Patrick Klaus konnten dem Leder dessen Gehäuse-Eintritt nicht mehr verhindern.  

Pausenergebnis als Schlussresultat
Die Zürcher Dominanz im ersten Abschnitt war teils frappierend. Oberrieden trat als Team kompakter auf, war auch zweikampfstärker. So verwunderte nicht, dass FCFS-Torhüter Michael Raimann zum wohl Meistbeschäftigten aufstieg und sich so – trotz des kühlen, schleichenden Nebels – stets warm halten konnte. Indes führte die Überlegenheit der Zürcher dennoch zu wenigen wirklichen Möglichkeiten. Im zweiten Abschnitt partizipierten die Höfner mehr mit, kamen zu temporär ausgeglichenen Spielanteilen, ehe die Schlussphase wieder so gut wie nur eine Richtung kannte. Dem Zürcher Ausgleich standen indes zwei Hände und viele Körper und Beine im Weg, so dass jenes Eigentor als spielentscheidend Zählbares verlieb. Notabene trug eben jener Schütze die Rückennummer 13 …  

«Den Sieg ‹leicht gestohlen›»
Als «gewiss kein Leckerbissen» resümierte Michael Raimann die Partie. «Aber wir haben gekämpft, und das Zu-Null tut heute besonders gut», meinte er, dem zuletzt das Ball-aus-dem-Netz-Holen zum Verleider geworden war. Trainer Urs Füglister nahm den «enorm wichtigen Punktgewinn» zur Kenntnis und freute sich darüber, dass sein Team in Sachen Konzentration und Disziplin «eine gute Leistung» geboten hatte. «Gerade in den jüngsten Spielen war teilweise unerklärlich, wie viele Gegentreffer auf stehende Bälle gefallen sind. Klar – wir hatten da und dort wortwörtliches Szenenglück. Oder man kann es so sagen: Wir haben diesen Sieg leicht gestohlen.» 
Die Gäste mussten unverrichteter Punktedinge wieder nach Hause fahren – mit dem komischen Gefühl, dass Fussball halt ab und so einen versch…wurbelten Tag bereit hält, an dem zwar Vieles, aber genau das, was letztlich zählt, einfach nicht gelingen will.  

Feusisberg-Schindellegi – Oberrieden 1:0 (1:0)
Weni. 30 Zuschauer. SR: Filipe Daniel Sousa Gonçalves.

Tor: 37. Martin (Eigentor) 1:0.

Feusisberg-Schindellegi: Raimann; Gabler, Kälin, Ziltener, Ochsner; Schönbächler, Böni, Fuchs, Michael Wind; Struzha, Altobelli. – Zur  Disposition: Robert Wind, Schneider, Steinlechner, Narath, Keller.

Oberrieden: Kreuzer; Johnson, Klaus, Martin; Kleiber, Yücel, Haase, Deuber; Fabio, Hanke Hofmann. – Zur Disposition: Frare, Harder, Krasniqi, Huber, Jungck, Dongiovanni.

Bemerkungen: FCFS ohne Föllmi (Beruf), Ancona, Wildhaber (Militär), Dahme, De Carvalho Gomes, Xussen (alle Ausland) sowie Treichler und Huber (privat).
Oberrieden ohne Giezendanner, Manini, Pogo und Vaucher (alle verletzt).

40. Lattenschuss Hofmann. 49. Lattenschuss Hanke.

Verwarnungen: 65. Schönbächler (Foul). 78. Deuber (Foul). Corners 1:26 (1:14).